[Translate to German:]
Dx'Hub

Geschichte erzählen: Arbeiten mit Archivmaterial

31. 05. 2026, 16:00 @ Festivalzentrum: Lounge 19

Eventsprache: Englisch

Archive sind nie neutral. Sie spiegeln die Gesellschaften, in denen sie entstanden sind, ebenso wie die Machtverhältnisse, die sie geprägt haben, sowie die Lücken, die sie hinterlassen. Diese Session beleuchtet sowohl die praktischen als auch die ethischen Dimensionen der Arbeit mit archivalischem Filmmaterial. Anhand von Fallbeispielen und Breakout-Sessions geht es um Recherchemethoden, Zugangsfragen und die kreativen Möglichkeiten von Montage, Fragmentierung und Rekontextualisierung. Von Nachlässen von Künstler*innen bis hin zu historischen Beständen vermittelt die Session konkrete Einblicke darin, wie Archivmaterial recherchiert, interpretiert und in eine eigenständige filmische Erzählung überführt werden kann.

Nach einem einführenden Gespräch teilt sich die Session in drei thematische Breakout-Sessions: von Künstler*innenarchiven und dem Verhältnis von Werk, Nachlass und zeitgenössischer Interpretation über historische Archive und Strategien des Reframings bis hin zu einem praxisorientierten Raum zu Recherche, Auswahl, Montage und dem Umgang mit fragmentarischem Material.

Program Info

Working with Archival Material

In einem einleitenden Panelgespräch geben Expert*innen aus den Bereichen Archivforschung, Filmproduktion und künstlerische Praxis Einblicke in die praktischen und ethischen Dimensionen der Arbeit mit archivarischem Filmmaterial.

Gäste

Loraine Blumenthal

Loraine Blumenthal ist eine Dokumentarfilmerin aus Berlin mit langjähriger Erfahrung in der Filmproduktion. Ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm The Mayor's Race wurde auf über 30 internationalen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Als freie Producerin und Archivproducerin arbeitet sie für öffentlich-rechtliche Sender wie Arte, ZDF, 3Sat und WDR. Ihr zweiter Film Im Osten was Neues wurde für das erste Impact Lab in Deutschland ausgewählt.

Julian Nindl

Julian Nindl studierte Geschichte in Mannheim sowie Berlin und ist seit 2019 als Archive Producer für Dokumentar- und Spielfilme tätig. Betreute Projekte umfassten Produktionen für arte, ZDF, ARD, Netflix, Amazon Prime. Zuletzt: Mesut Özil - Zu Gast bei Freunden ( 3-teilige ZDF-Dokuserie). Vorstandsmitglied bei GRAP (German Researchers and Archiver Producers). Seit 2021 arbeitet er zudem für Tportmarket, einer non-profit Online Plattform für Kurzfilme.

Zoran Dževerdanović

Zoran Dževerdanović ist Gründer der slowenischen Blade Production. In 12 Jahren produzierte er preisgekrönte Erfolge wie den ersten slowenischen Horrorfilm Idyll, den Polit-Thriller All Against All und den Kinohit Tartini’s Key (2024). Der Emerging Producers-Absolvent feierte Erfolge auf der Berlinale sowie in Sarajevo und Oberhausen. Aktuell entwickelt er sein Spielfilmdebüt und drei Dokumentarfilme, stets an der Schnittstelle zwischen Genre-Kino und starkem Storytelling.

Moderation

Marta Golba-Naumann

Produzentin, Kuratorin, Inhaberin des Studios ENDORFINA mit Sitz in Warschau und Berlin und Co-Direktorin der HER Docs Foundation. In den Jahren 2015 und 2017 erhielt sie für den Dokumentarfilm „15 Corners of the World“ von Zuzanna Solakiewicz und das preisgekrönte Drama „All These Sleepless Nights“ von Michał Marczak den Preis für das beste Produzentendebüt von der Handelskammer der polnischen audiovisuellen Produzenten.Seit 2021 baut sie die Branchensektion des HER DOCS Filmfestivals auf.

Breakout Session 1: Historische Archive

Anhand einer Case Study untersucht Archive Producer Julian Nindl die Nutzung von Archivmaterial aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im dokumentarischen Film. Dabei wird beleuchtet, wie historische Dokumentarprojekte entwickelt und strukturiert werden, welche Rolle derdie Archive Producerin im Produktionsprozess einnimmt und welche spezifischen Herausforderungen bei der Arbeit mit historischem Material entstehen. Darüber hinaus wird diskutiert, inwiefern sich solche Projekte von Dokumentarfilmen unterscheiden, die sich mit der jüngeren Vergangenheit beschäftigen.

Breakout Session 2: Künstler Archive

roduzent Zoran Dževerdanović untersucht anhand der Case Study seines Films Punk Under Communist Regime die Rolle von Künstler*innenarchiven im dokumentarischen Film. Die Session beleuchtet, wie persönliche Sammlungen, unveröffentlichtes Material und fragmentierte künstlerische Nachlässe recherchiert, kontextualisiert und in filmische Erzählformen überführt werden können. Darüber hinaus reflektiert sie das Spannungsfeld zwischen archivarischer Bewahrung und zeitgenössischer Interpretation sowie die Herausforderungen im Umgang mit unvollständigem, privatem oder politisch aufgeladenem Material.

Breakout Sesson 3

In dieser abschließenden Session vermittelt Loraine Blumenthal die Grundlagen der Arbeit mit Archivmaterial. Anhand konkreter Beispiele werden unterschiedliche Arten von Archivquellen, ihre historischen Kontexte sowie die damit verbundenen Herausforderungen untersucht. Als praxisorientierter Workshop bietet die Session zudem Raum, an eigenen Projekten zu arbeiten, individuelle Rechercheansätze zu entwickeln und konkrete Fragestellungen aus der eigenen Praxis zu diskutieren. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, Archive selbstständig zu erschließen und fundierte, kreative Entscheidungen im Umgang mit Archivmaterial zu treffen.
4:00 Working with Archival Material
4:45 Breakout Session 1: Historische Archive
4:45 Breakout Session 2: Künstler Archive
4:45 Breakout Sesson 3

Festivalzentrum: Lounge 19

Eichhornstraße 3
10785 Berlin
...