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© Filmstill The Woman's Greatest Value is Her Silence

Festival, 
Film

Frauen in der Geschichte von Dokumentarfilm sichtbar machen

Neue Impulse für die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte: Another Story und ihre Partner rücken vergessene Filme von Freuen in den Fokus.

berlin
kultur
Jana Sepehr
15.04.2026

Eine andere Perspektive

ANOTHER STORY möchte Regisseurinnen ins Rampenlicht stellen, die außergewöhnliche künstlerische und ungewöhnliche Lebenswege haben – zum Beispiel solche, die in der Filmgeschichte kaum Beachtung fanden, oder Regisseurinnen mit nur einem (erfolgreichen) Film, die anschließend als Assistentinnen für etablierte (männliche) Regisseure arbeiteten.

Ein anderer Blick

ANOTHER STORY will Filme, die auf komplexen Geschichten basieren und ein ambitioniertes Erzählen entwickeln – Filme, die Themen behandeln, die Frauen nahe stehen, die jedoch nicht unbedingt von Regisseurinnen erwartet wurden. Es sind Filme, die eine zentrale Rolle einnehmen und eine andere Perspektive auf Themen sowie auf die Kunst der Mise-en-scène bieten.

Eine andere Perspektive

Another Story hat sich zum Ziel gesetzt, kollektive und innovative Formate zu fördern, um Gespräche über Regisseurinnen, ihre Herausforderungen, aber auch ihre Erfolge zu vertiefen. Wir verleihen früheren Regisseurinnen und ihren faszinierenden Wegen in der Filmgeschichte neue Bedeutung, um zukünftige Generationen zu inspirieren. Dabei legen wir großen Wert auf Vielfalt in unserem Programm (in Bezug auf Herkunftsländer, soziale Hintergründe und Sprachen), um über bestehende Erwartungen und filmische Kanons hinauszugehen.

ANOTHER STORY verfolgt gemeinsam mit seinen fünf europäischen Partnern das Ziel, Dokumentarfilme von Regisseurinnen des 20. und 21. Jahrhunderts stärker sichtbar zu machen, die in der Filmgeschichte lange übersehen wurden. Hauptpartner sind: HER Docs Foundation (Polen), Festival dei Popoli (Italien), The Good Media Network, Veranstalter des Doxumentale Festivals (Deutschland), das Balkan Documentary Center, Veranstalter des Sofia Do(u)Mental Festivals (Bulgarien), sowie das Online-Medium Cineuropa (Belgien). Die gemeinnützige Organisation Loreley Films (Schweiz) ist als assoziierter Partner und Gastkurator beteiligt. Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden die Partner das Publikum durch kuratierte Programme und Aktivitäten einbinden, darunter Doppelvorführungen, Wikipedia-Workshops, Kritiker*innen-Labore und Podiumsdiskussionen. ANOTHER STORY möchte Neugier wecken und tiefere Gespräche über die Beiträge von Frauen zum Dokumentarfilm anstoßen.

Im Rahmen der Doxumentale sind die Filme ICH DENKE OFT AN HAWAII (Elfi Mikesch I DE I 1978 I 85 Min.), ROAD OF BROTHERHOOD AND UNITY (Maja Weiss I SI I 1999 I 104 Min.) und THE WOMAN‘S GREATEST VALUE IS HER SILENCE (Gertrud Pinkus I DE, CH I 1980 I 90 Min.) zu sehen. Begleitende Formate wie Screenings, Workshops und Diskussionen rahmen die Filmscreenings ein. 

Filmstill Ich denke oft an Hawaii

Elfi Mikesch / Germany / 1978 / 85 min

Ich denke oft an Hawaii

Carmen, 16, lives on the outskirts of Berlin with her mother Ruth and her brother Tito. Her father, a Puerto Rican soldier, is long gone, leaving behind only music records and postcards. Within her monotonous daily routine amid gray housing blocks, she dreams of becoming a dancer. In bold makeup and flowing robes, she stages her fantasies for the camera, conjuring fleeting moments of love and escape. The film observes her with quiet intimacy, where reality and imagination merge into a vivid counterworld—one in which desire briefly transcends the limits of her everyday life.

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Gertrud Pinkus / Germany, Switzerland / 1980 / 90 min

The Woman’s Greatest Value is Her Silence

Maria, a young migrant from southern Italy, reflects on her life in Frankfurt alongside Giacomo, whom she married against her parents’ wishes. In keeping with the code of silence of her home region, her story is interpreted on camera by other immigrant protagonists. What began as a documentary portrait evolves into a hybrid work that is ambiguous and humorous, blending reality and fiction, as well as minor and major histories. Through reenactments that merge Maria’s life with the experiences of those portraying her, the film explores themes of uprooting, integration, and resignation. Observational sequences intertwine with subtly staged scenes that evoke Maria’s inner world.

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Jana Sepehr

Jana Sepehr ist freie Journalistin, u.a. für Die Zeit, Der Spiegel und das ZDF. Sie begleitet die Dokumentale als Chefredakteurin des Programmmagazins und unterstützt den D'Salon als Kuratorin.

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