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© filmstill Women of Sin
„Female Lens" ist ein Schwerpunkt der Doxumentale 2026: Filme, Bücher und Podcasts, in denen Frauen die Erzählung gestalten – und damit alles verändern.
Soraya war sechzehn, als sie ihr Handy in die Hand nahm und begann, ihr Leben zu filmen. Als afghanische Künstlerin im iranischen Exil war die Kamera das einzige Werkzeug, das ihr ganz gehörte. Jahre später wurde aus diesen Aufnahmen ein Dokumentarfilm. Aus dem Impuls dahinter ein Festivalschwerpunkt.
„Female Lens", einer der thematischen Mittelpunkte der Doxumentale 2026, versammelt Filme, Bücher und Podcasts, die auf einer denkbar einfachen, aber selten konsequent verfolgten Prämisse beruhen: dass es einen Unterschied macht, wer die Kamera hält. Dass sich verändert, was sichtbar wird und wie, wenn Frauen die Erzählung gestalten, anstatt in ihr zu erscheinen. Das Programm reicht von der iranischen Protestbewegung bis in einen jamaikanischen Gerichtssaal, von einer kenianischen Fernstraße bis in ein New Yorker Müllabfuhrdepot, von den Kliniken Atlantas bis in die stillen Aushandlungsprozesse des Erwachsenwerdens in China.
Manche dieser Geschichten spielen vor Gericht oder in Kriegsgebieten. Andere entfalten sich in der Fahrerkabine eines Lkw oder im langen Bogen eines künstlerischen Lebens. Was sie verbindet, ist keine Gemeinsamkeit des Sujets, sondern des Standpunkts: von innen erzählt, dort wo das Persönliche und das Politische ununterscheidbar werden.
Viele der Regisseurinnen und Protagonistinnen werden in Berlin sein. Das Gespräch hat gerade erst begonnen.